 |
|
Infos & Wissen |
 |
|
|
|
|
 |
Drucktechniken - Tiefdruck |
| |
| Im Tiefdruck verwendet man Druckformen, bei denen die druckenden Teile vertieft sind. Als Druckoberfläche dient ein geschliffener Metallzylinder, auf dem sich winzige Einkerbungen befinden. Diese Vertiefungen stellen ein Abbild der zu druckenden Vorlage dar. Der Zylinder ist teilweise in ein Becken mit flüssiger Druckfarbe auf Lösungsmittelbasis versenkt. Während der Drehung wird die Walze mit Druckfarbe versehen. Ein Stahlschaber, die Rakel, fährt über die gesamte Länge der Walze und wischt dabei die Farbe von der geschliffenen Oberfläche, so dass nur in den Vertiefungen Druckfarbe zurückbleibt. Die Farbe wird danach sofort auf sich bewegende Papierbahnen übertragen, die unter großem Druck auf die Walze gepresst werden.. |
| |
 |
Farbdruck von 1807
Dieser Farbdruck aus dem Jahr 1807 zeigt die prominentesten Émigrés während der Französischen Revolution: den Comte de Provence, den späteren König Ludwig XVIII. von Frankreich (sitzend), und seine Familie.
|
| |
| Tiefdruckzylinder sind aus Stahl und besitzen eine dünne Oberflächenschicht aus galvanisch aufgebrachtem Kupfer. Die Vertiefungen können chemisch eingeätzt oder elektronisch eingraviert werden. Danach überzieht man sie nach einem galvanischen Verfahren mit einer dünnen Chromschicht und erhält so eine harte Oberfläche für die Rakel. Die Einkerbungen sind mit unterschiedlicher Tiefe in die Kupferschicht eingebracht, wobei jede Kerbe beim Druckvorgang einen winzigen Farbpunkt auf das Papier überträgt. Die variierenden Tiefen der Kerben bewirken unterschiedliche Helligkeitsstufen der Farbpunkte.
Beim Farbdruck werden einzelne Zylinder für die Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz verwendet. Jede Walze sitzt in einer getrennten Druckeinheit. Die Bahn wird über Rollen von einer Einheit zur nächsten transportiert und erreicht dabei eine Geschwindigkeit von fast 900 Metern pro Minute. Nachdem jede Farbe gedruckt ist, durchläuft die Bahn einen Trockner, wo man die Lösungsmittelbasis der Druckfarbe verdampft. Das Lösungsmittel wird zurückgewonnen oder zur Energiegewinnung verbrannt. Einige Tiefdrucksysteme verwenden Druckfarben auf Wasserbasis.
Da die Herstellung eines Satzes Tiefdruckzylinder sehr teuer ist, setzt man sie nur bei Arbeiten mit langer Laufzeit ein (Millionen von Reproduktionen). Beispiele dafür sind monatlich in großer Auflage erscheinende Zeitschriften, Versandhauskataloge und Verpackungen. Tiefdruck wird auch bei der Vervielfältigung von Strukturen und Mustern auf Dekorationsmaterialien eingesetzt. Ein Großteil der nachempfundenen Holzmaserungen auf billigen Möbeln wird z. B. im Tiefdruck erstellt.
Der Prägedruck ist ein besonderes Tiefdruckverfahren, bei dem gravierte Rotationsdruckoberflächen aus Stahl zum Druck von Währungen, Anleihepapieren, Aktienzertifikaten und von Geschäftspapieren hoher Qualität verwendet werden. Dabei erfolgt die Druckfarbenübertragung direkt von eingravierten Vertiefungen der Druckoberfläche auf Papierbögen. Der Prägedruck ist besonders für die Reproduktion von Kunstvorlagen geeignet, die aus dünnen Linien und kleinen Farbflächen bestehen. Zur Reproduktion von photographischen Vorlagen oder zum Druck großer ungebrochener Farbflächen kann das Verfahren nicht eingesetzt werden. Die Verwendung von Pastenfarbe und die stark vertieften Druckoberflächen geben dem Prägedruck eine charakteristische erhabene Struktur. (Man kann pulverisierte Kunstharze auf frisch gedruckte lithographische oder Typendruckfarben warmverschweißen und so kostengünstiger herstellen. „Geprägte” Visitenkarten werden deshalb häufig auf diese Weise erstellt.) |
| |
|
 |
| |
|